05.07.2026
Starkes Zeichen für Zusammenarbeit
Die Paderborner Krankenhäuser haben sich auf Gut Ringelsbruch zum „Ärztlichen Sommerdialog“ getroffen und dabei die Zusammenarbeit in der regionalen Gesundheitsversorgung in den Fokus gerückt.
Die Geschäftsführer Markus Funk, St.
Vincenz-Kliniken, und Siegfried Rörig, Christliches Klinikum Paderborn (CKP),
machten in ihrer Begrüßung deutlich, dass die Krankenhäuser unter zunehmendem
Druck stehen und tragfähige Lösungen nur im Dialog entstehen können. „Wir
schaffen heute bewusst Raum für Austausch und Verständigung. Das ist ein
wichtiges gemeinsames Zeichen. Es geht um unsere gemeinsame Verantwortung für
die Gesundheitsversorgung in Paderborn“, so die Geschäftsführungen.
Einen gesundheitspolitischen Rahmen gab Dr.
Claas Bentlage vom GKV-Spitzenverband. Er erläuterte die Krankenhausreform und
die damit verbundenen Auswirkungen auf Strukturen und Finanzierung. Dabei wurde
deutlich, dass die kommenden Veränderungen weiterhin erhebliche Anpassungen in
der Krankenhauslandschaft erfordern werden.
Wie Kooperation bereits erfolgreich
funktioniert, zeigten Beispiele aus der onkologischen Versorgung: Dr. Tobias
Gaska, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin des
CKP, und Prof. Michael Lux, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe der St.
Vincenz-Kliniken, stellten die Zusammenarbeit im Brust- und Gynäkologischen
Krebszentrum vor. Beide machten deutlich, dass moderne Behandlung heute nur
noch im interdisziplinären Netzwerk und über Standortgrenzen hinweg sinnvoll
organisiert werden kann.
Ein zentrales Thema des Abends war die Zukunft
der Notfallversorgung in Paderborn und der Region. In einer Podiumsdiskussion
mit Chefärzten der beiden Krankenhäuser für Akut- und Notfallmedizin,
Vertretern des Rettungsdienstes, der Kinderklinik sowie der Kassenärztlichen
Vereinigung wurde intensiv über die aktuelle Struktur diskutiert. Im
Mittelpunkt stand die Frage, wie Patientinnen und Patienten künftig schneller
in die richtige Versorgung gelangen können. Dabei herrschte Einigkeit, dass die
bisher vielfach getrennt arbeitenden Bereiche von ambulanter Versorgung,
Rettungsdienst und Krankenhaus stärker verzahnt werden müssen. Ziel ist eine
bessere Steuerung der Patientenströme, damit medizinische Hilfe bedarfsgerecht
und ohne unnötige Umwege erfolgt. Mehrfach wurde betont, dass die
Notfallversorgung nur gemeinsam und standortübergreifend stabil gewährleistet
werden kann. Ein weiterer Aspekt war die zunehmende Belastung der Notaufnahmen,
die eine klarere Strukturierung der Versorgungswege erforderlich macht.
Ein besonderer Moment des Abends war die
Verabschiedung von Dr. Ulrich Polenz, dem für seine herausragenden Leistungen
und sein Engagement als Allgemeinmediziner in Paderborn sowie als Leiter der
hiesigen KVWL-Bezirksstelle die silberne Ehrennadel der
Ärztekammer Westfalen-Lippe verliehen wurde. Dr. Gregor Haunerland,
Vorsitzender des Verwaltungsbezirks Paderborn der AEKWL, gratulierte und
überreichte die Ehrennadel und eine Urkunde.
Polenz betonte, wie wichtig es sei,
Diskussionen gemeinschaftlich zu führen und die Position des Gegenübers
anzuhören. Bei Zusammenarbeit müsse das „Zusammen“ im Vordergrund stehen. Sein
Ziel sei immer gewesen, eine gemeinsame Gesprächskultur zu entwickeln und zu
bewahren.
Beim abschließenden Get-together nutzten die
Teilnehmenden die Gelegenheit zum weiteren Austausch und zur Vertiefung der
Zusammenarbeit.



