30.09.2026
Neue Therapiemöglichkeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Pads stören unkontrollierte Zellteilung
Dr. Ricarda Diller, Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, bietet in Kombination mit der Chemotherapie eine neue Therapie an: Vier Pads werden auf den Rumpf des Patienten geklebt. Diese Pads senden elektrische Wechselfelder aus. „Wir kennen Erfolge dieser Therapie bei Tumoren im Gehirn und im Rippenfell“, so Diller.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 20.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Manche dieser Tumore sind „lokal fortgeschritten“: Sie haben noch nicht in
andere Organe gestreut, der Tumor ist aber in nahegelegene Lymphknoten und in
umliegendes Gewebe eingewachsen.
„Dann können wir nicht sofort operieren“, sagt PD Dr. Ricarda Diller,
Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Der Standard sei
eine Chemotherapie, durch die der Tumor verkleinert würde. Danach wird er
entfernt.
Diller bietet in Kombination mit der Chemotherapie nun eine neue Therapie
an: Vier Pads werden auf den Rumpf des Patienten geklebt. Diese Pads senden elektrische
Wechselfelder aus. „Wir kennen Erfolge dieser Therapie bei Tumoren im Gehirn
und im Rippenfell“, so Diller.
Die Pads stören das Teilen der Tumorzellen. Im Labor hat sich gezeigt,
dass die elektrischen Wechselfelder in den Pads das Tumorwachstum gezielt
hemmen, ohne dabei die gesunden Zellen zu schädigen. Die sogenannten Tumor
Treating Fields (TTFields) werden kontinuierlich getragen, am besten 18 Stunden
pro Tag. Die Felder wirken störend auf das Tumorwachstum, solange sie über ein
Kabel mit dem tragbaren Therapiegerät inklusive Akkus verbunden sind.
„Kann der Tumor trotz der Therapie nicht operiert werden, erreichen wir
für die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Patienten trotzdem Vorteile. Sie
haben weniger Schmerzen und leben länger“, erklärt Diller. Bei regelmäßig
stattfindenden Verlaufskontrollen bespricht sie mit dem Patienten die Dauer der
Anwendung und Nebenwirkungen. „Manchmal treten Hautirritationen auf unter den
Pads. Diese sind gut behandelbar.“
Pankreaskrebszentrum
Das Pankreaskrebszentrum ist von der
Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und empfohlen. Die Auditoren der
DKG bescheinigten dem Team rund um Ricarda Diller kürzlich erneut hervorragende
Ergebnisse in der Pankreaschirurgie.
Wird eine Tumorerkrankung
diagnostiziert, werden im Onkologischen Zentrum des Christlichen Klinikums
Paderborn sämtliche Befunde des betroffenen Patienten in interdisziplinären
Tumorkonferenzen bewertet und ein optimales Behandlungskonzept erstellt.

