09.10.2025
Dr. Eva Kunzmann (35) und Dr. Fadi Nazha (48) werden Chefärzte der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Teammodell. Sie folgen auf Dr. Andreas Kutta, der die Klinik seit April 2010 leitete und nun in den Ruhestand verabschiedet wurde.
„Die Fußstapfen von Andreas Kutta
sind groß“, sagt Julia Wieland, Geschäftsführerin Christliches Klinikum Paderborn (CKP), und
betont: „Wir freuen uns, dass wir die Chefarzt-Position mit zwei Kollegen aus
dem Team von Andreas Kutta nachbesetzen konnten. Die Verantwortung für die
Klinik verteilt sich nun auf zwei Schultern. Das ist ein wichtiger Schritt in
die richtige Richtung.“ Dass man die Leitungsfunktion intern mit
erfahrenen und geschätzten Ärzten besetzen konnte, sei nicht nur ein Garant für
Kontinuität, sondern auch für die Weiterentwicklung der Klinik. Nach Herne und
Bochum hat Paderborn die drittgrößte Urologie nrw-weit.
Dr. Eva-Maria Kunzmann kommt aus dem Kreis Paderborn und hat an der Universität Münster studiert. Seit 2017 absolvierte sie ihre Facharztausbildung bei Andreas Kutta, fünf Jahre später wurde sie Oberärztin in der Klinik für Urologie und Kinderurologie.
Dr. Fadi Nazha stammt aus Syrien,
wo er an der Tischrin-Universität in Latakia Medizin studiert und promoviert
hat. Nach mehrjähriger beruflicher Tätigkeit in Syrien, unter anderem am
Universitätsklinikum Latakia, kam er 2009 nach Deutschland, wo er zunächst in
Kliniken in Offenbach und Frankfurt in urologischen Abteilungen arbeitete und
parallel seine deutsche Approbation sowie die Prüfung zum Facharzt für Urologie
absolvierte. Fadi Nazha ist seit elf Jahren Teil der Dienstgemeinschaft des
Christlichen Klinikums Paderborn, seit 2019 als Leitender Oberarzt.
Kunzmann und
Nazha gehören zu den Operateuren, die seit knapp drei Jahren intensiv mit dem
robotergestützten da Vinci-System arbeiten. Die Fachärzte benutzen den da Vinci
vor allem für Entfernungen der Prostata, beispielsweise im Rahmen einer
Tumorbehandlung. Pro Jahr führt das Team der Klinik für Urologie etwa 250 Eingriffe mit dem da Vinci durch.
Seit im Frühjahr dieses Jahres das zweite da Vinci Operationssysteme am CKP in
Betrieb genommen wurde, haben sich die Fallzahlen in der Klinik für Urologie
auf über 4.000 stationäre Fälle
pro Jahr erhöht.
„Auch
Nierentumore, Eingriffe an der Nebenniere oder Inkontinenz-Behandlungen
operieren wir robotergestützt. Die Vorteile für die Patienten sind enorm. Wir
können präziser schneiden, der Blutverlust ist geringer, die Patienten erholen
sich schneller“, sagen Kunzmann und Nazha. Laut Register des Robotic-Anbieters
gehört Fadi Nazha mit einer Konsolenzeit von unter 100 Minuten bei bestimmten
Prostataeingriffen zu den besten zehn Prozent der Operateure in Europa. Je
kürzer eine OP dauert, umso vorteilhafter ist das für den Patienten.
„Die
Entwicklung der Klinik für Urologie hin zu einer Klinik, die auf universitärem
Niveau arbeitet, ist der Verdienst von Andreas Kutta“, so Torsten Meier,
Ärztlicher Direktor des CKP. Kutta habe sich parallel zu seiner Tätigkeit als
Leiter der Klinik stetig um die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses
gekümmert.
Dem
ehemaligen Chefarzt fällt der Abschied von seinem Team nicht leicht. „Es ist
ungewohnt, morgens aufzustehen und mit sich selbst konfrontiert zu sein statt
mit Fragen rund um Patienten, Behandlungen, Therapien. Aber es fühlt sich gut
an!“ Er habe nun endlich Zeit, Sport an der frischen Luft zu treiben und sich
intensiver mit seinen drei Enkelkindern der vier erwachsenen Kinder zu
beschäftigen. „Meinen Rhythmus behalte ich bei, das frühe Aufstehen liegt mir.
Ein paar Wochen wird es dauern, bis ich die Struktur meines Tages auf das neue
Leben nach der Phase der Berufstätigkeit angepasst habe. Das ist ein spannender
Prozess, auf den ich mich freue.“
