05.12.2025
Vor wenigen Tagen wurden Patienten einer Pilotstation erstmals mit patientenindividuell verblisterten Medikamenten versorgt. Die Einführung der sogenannten Unit-Dose-Versorgung gilt deutschlandweit als wichtiger Schritt hin zu mehr Patienten- und Arzneimittelsicherheit.
Bei der patientenindividuellen
Verblisterung werden die oralen Medikamente für jeden Patienten maschinell und
tagesgenau in einzelne, eindeutig gekennzeichnete Tütchen verpackt. Jedes
Tütchen enthält exakt die ärztlich verordneten Präparate. Für Anne Ignatius,
Chefapothekerin des „paderlog“, Zentrum für
Krankenhauslogistik und Klinische Pharmazie, markiert dieser Start einen entscheidenden Fortschritt: „Wir schaffen damit ein
hohes Maß an Sicherheit für unsere Patienten. Risiken, die zuvor aus manuellen
Arbeitsschritten resultierten, werden durch die automatisierte Verblisterung
erheblich reduziert.“ Gerade im hektischen Stationsalltag sei ein Plus an
Klarheit unverzichtbar. „Die Unit-Dose sorgt dafür, dass alle Beteiligten
sofort erkennen, welches Medikament wann verabreicht werden soll – ohne
Interpretationsspielraum.“
Mehr Zeit für professionelle
Fürsorge
Die Pflegefachkräfte, die bislang
täglich viel Zeit mit dem Zusammenstellen der Medikamente verbrachten,
profitieren von dem System. „Das ist Zeit, die sie am Patientenbett investieren
können und nicht am Medikamentenwagen“, sagt Unit-Dose Projektleiterin Mareike
Glowik. Die Arbeit werde nicht nur schneller, sondern auch strukturierter. „Der
Blick wird frei für das Wesentliche - die persönliche Zuwendung und die
fachliche Betreuung der Patientinnen und Patienten“, so Glowik.
Die Krankenhausleitung
unterstreicht die Bedeutung des Systems. Siegfried Rörig, Geschäftsführer des
CKP: „Wir setzen mit der Unit-Dose auf ein Versorgungskonzept, das sich
international bewährt hat. Die patientenindividuelle Verblisterung ist ein
modernes Qualitätsinstrument. Sie schafft medizinische Präzision, minimiert
Verwechslungen und verbessert die Dokumentation.“
Signal für moderne
Krankenhausversorgung
Das System ist Teil einer
umfassenderen Strategie zur Modernisierung klinischer Prozesse. „Wir
investieren bewusst in innovative Strukturen, die unseren Patientinnen und
Patienten zugutekommen. Die Unit-Dose ist ein Baustein auf dem Weg zu einer
noch zuverlässigeren und transparenten Arzneimitteltherapie“, betont
Chefapothekerin Ignatius.
In den kommenden Monaten sollen
schrittweise weitere Stationen an das neue Verfahren angebunden werden. Die
bisherigen Rückmeldungen aus Apotheke, Pflege und ärztlichem Dienst fallen
durchweg positiv aus. Gemeinsam blicken die Verantwortlichen zuversichtlich auf
die nächsten Schritte: „Wir sind überzeugt, dass das System zügig zur Routine
wird und die stationäre Versorgung dauerhaft verbessert“, sagt Rörig.
