04.03.2025
Physician Assistants verstärken Team der Notaufnahme des Brüderkrankenhauses
Es liegen drei anstrengende Jahre hinter Judith Abram und Sandy Gutschmidt. Ihr Studium zu Physician Assistants haben die ausgebildeten Fachkräfte berufsbegleitend in Bielefeld absolviert.
Das bedeutet: Jeden Mittwochabend fanden Onlinevorlesungen statt, zusätzlich an drei Wochenenden pro Monat Präsenzvorlesungen in der Bielefelder Uni. „Viermal im Jahr waren wir außerdem zu einer Woche Blockunterricht an der Uni“, berichtet Judith Abram.
„Der
Aufwand hat sich gelohnt“, sagt Sandy Gutschmidt (26), „durch das Studium haben
wir unser theoretisches Wissen vertieft und setzen das jetzt in der Praxis um“.
So sieht es auch die Kollegin Abram (25): „Je mehr man versteht, umso
spannender und vielfältiger wird die Arbeit in der Notaufnahme.“
Schon
während des Studiums hatten die beiden die Möglichkeit, die Zentrale
Notaufnahme (ZNA) des Brüderkrankenhauses St. Josef (BK) kennenzulernen. Beide haben
bereits ihre Ausbildung im BK gemacht. Jetzt übernehmen die
„Arztassistentinnen“ delegierbare Aufgaben ihrer ärztlichen Kollegen: zum
Beispiel unter Anleitung eine Platzwunde nähen oder Ultraschalluntersuchungen
durchführen.
Ein Physician Assistant (PA) ist ein medizinischer Fachberuf, der in vielen Ländern, insbesondere in den USA, etabliert ist. „PAs sind hochqualifizierte, medizinische Fachkräfte, die eine Vielzahl von medizinischen Aufgaben übernehmen können“, bekräftigt Dr. Thorsten Dahm, Notfallmediziner und Leiter der ZNA. Zu den Aufgaben der PAs gehört beispielsweise das Mitwirken bei Notfallbehandlungen, außerdem Tätigkeiten wie Prozessmanagement und Teamkoordination.
Als PAs sind Judith Abram und Sandy Gutschmid mit vier Fachärzten Teil des Kernteams der ZNA, drei internistische Assistenzärzte und zwei chirurgische Assistenzärzte kommen hinzu. Wie die ärztlichen Mitarbeitenden sind auch die insgesamt 45 Kolleginnen aus der Pflege, die sich auf Früh- Spät- und Nachtschicht verteilen, speziell ausgebildet.
Demnächst übernehmen Judith Abram und Sandy Gutschmidt Teile der interdisziplinären Fortbildung für das gesamte Team der ZNA: „Dazu haben wir ein Konzept mitentwickelt.“ Inhalt ist unter anderem das regelmäßige Schockraumtraining, in dem Notfallszenarien durchgespielt werden.
„Die Entscheidung, in den drei vergangenen Jahren zu arbeiten und parallel zu studieren, war genau richtig. Nun sind wir gespannt, wie sich das Berufsbild des PAs in Deutschland künftig weiterentwickelt“, sagen Gutschmidt und Abram.



