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12.08.2025

Christliches Klinikum Paderborn baut robotische Chirurgie aus: zweites da-Vinci Operationssystem in Betrieb genommen

Den Operateuren aus den Kliniken für Urologie, Viszeralchirurgie und Thoraxchirurgie steht seit wenigen Tagen ein zweites da-Vinci Operationssystem zur Verfügung. Beide da Vinci-Operationssysteme werden nun parallel in zwei Operationssälen des Christlichen Klinikums Paderborn (CKP) an der Betriebsstätte Brüderkrankenhaus St. Josef eingesetzt: Täglich finden bis zu sechs roboter-assistierte Eingriffe statt.

Das spezialisierte OP-Pflegeteam hat sich seit dem Aufbau der robotischen Chirurgie am CKP vor gut zwei Jahren personell verdoppelt. Mittlerweile sind 15 Mitarbeiterinnen für das Setting rund um den da-Vinci ausgebildet.

„Mit dem Modell Xi haben wir uns für das modernste Gerät am Markt entschieden“, so Geschäftsführer Siegfried Rörig. Das Operationssystem der vierten Generation sei das Flaggschiff des Herstellers und biete viele Vorteile für die Operateure.

So wurde die Flexibilität der vier interaktiven Arme am Patientenwagen erhöht. „Wir kommen mit den Armen des OP-Systems in sonst schwer zugängliche Regionen des Körpers. Das ist besonders bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse und des Mastdarms ein großer Vorteil“, bestätigt Operateurin PD Dr. Ricarda Diller, Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Der neue da-Vinci Xi verfügt über Arme mit unterschiedlich positionierbaren Gelenken, die an ein Stativ montiert sind. Die Fähigkeiten der Instrumentenarme des da-Vinci Operationssystems gehen weit über die Fähigkeiten der menschlichen Hand hinaus: Sie können abwinkeln und rotieren, wo die Anatomie der Hand Grenzen hat. „Der Tremorfilter und die intuitive Bewegungstechnologie ermöglichen uns Operateuren eine gleichmäßige, natürliche Bewegung“, bestätigen Dr. Eva Kunzmann und Dr. Fadi Nazha, Oberärzte in der Klinik für Urologie. Ein weiterer Vorteil sei die ausgezeichnete Qualität des Videowagens, der mit Bildgebungs- und Energietechnologie die Kommunikation zwischen den da Vinci-Systemkomponenten gewährleistet. Der Videowagen ist eine Art Schaltzentrale zwischen der OP-Konsole und dem OP-System mit den Roboterarmen.

Die durchdacht konzipierte Architektur der Patientenliege gewährleistet die passgenaue Lagerung des Patienten für jede Aktivität des Operateurs. Das aufwändige Umstellen des Systems von der rechten auf die linke Seite des Patienten entfällt. „Weil Umlagerungen mit dem neuen Patientenwagen überflüssig werden, verkürzen sich die OP-Zeiten. Das kommt den Patienten zugute“, so Diller.

Zu jedem Zeitpunkt des Eingriffs haben der Operateur, der an der OP-Konsole sitzt, und der assistierende Chirurg am Patiententisch den Blick auf die Monitore. Viszeralchirurg Prof. Dr. Sameer Dhayat, Leitender Oberarzt, beschreibt das Operieren mit dem da-Vinci Xi System: „Über das Sichtfenster in der OP-Konsole sehe ich den Operationsbereich, zum Beispiel den Beckenboden. Ich habe das Innere des Patienten in bis zu 12facher Vergrößerung und in 3D-High-Definition vor Augen. Navigiert wird das System mit zwei Steuerelementen für die Hände und mit drei Fußpedalen. Mithilfe der hochauflösenden Mini-Kamera am Roboterarm erreiche ich Organe, die tief im Inneren des Körpers liegen, sicher und präzise. Beim Präparieren des Organs kann ich Nerven und Blutgefäße zuverlässig schonen. Das Operieren von Tumoren beispielsweise am Enddarm, der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse hat durch diesen technischen Meilenstein an Qualität und Sicherheit gewonnen.“

Bei allen Eingriffen an Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Leber, Milz, Galle, Dickdarm, Enddarm und bei Hernien (Brüchen) ersetzt die Technik mit dem da-Vinci Operationssystem zunehmend die bislang gängigen endoskopischen oder offenen Operationsmethoden. Das trifft auch für die Operationen der Urologen und der Thoraxchirurgen zu.

Die Urologen Dr. Eva Kunzmann und Dr. Fadi Nazha operieren täglich zwei bis drei Patienten, zum Beispiel aufgrund von Tumorerkrankungen an der Prostata oder an der Niere. „Das neue 3D HD System liefert gestochen scharfe Bilder vom Operationsfeld. Die integrierte Fluoreszenzbildgebung ermöglichst die Echtzeit-Visualisierung und hilft uns, empfindliche Gefäße und Gewebestrukturen noch besser zu schützen.“

Das robotische Spektrum wird mit dem zweiten da-Vinci am CKP weiter ausgebaut. „Die schnellere Genesung der Patienten und ein geringerer Blutverlust bei Operationen sind Effekte der robotischen Chirurgie, die signifikante Vorteile gegenüber den bisher üblichen Operationsmethoden haben“, sind sich die Operateure einig. Sie haben sich an die immense Bewegungsfreiheit ihrer Handgelenke durch das da Vinci-System gewöhnt. „Es ist, als könnte ich meine Hand um 360 Grad in alle Richtungen bewegen“, sagt Chefarzt und Thoraxchirurg Dr. Guido Scholz.

Alle Operateure und das gesamte OP-Team werden an der innovativen Technik laufend und intensiv geschult. Die OP-Pflege hat in den vergangenen Monaten Kliniken und Kongresse in London, Freiburg, Bremen und Würzburg besucht, um sich weiter fortzubilden.

Chirurg mit vier Armen
Das roboterassistierte Operieren ist die Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, die auch als Schlüsselloch-Technik bezeichnet wird. Das System wird in über 70 Ländern weltweit genutzt, auf der ganzen Welt stehen bislang rund 11.000 da Vinci-Operationssysteme, knapp 2.000 davon in Europa.

Seit der Einführung des ersten da-Vinci im März 2023 wurden im CKP bislang 806 Eingriffe mit dem da Vinci Operationssystem durchgeführt (Stand: August 2025), darunter 276 Eingriffe der Bauchchirurgen, 404 Eingriffe der Urologen und 126 Eingriffe der Thoraxchirurgen. Das CKP ist Onkologisches Zentrum, deswegen findet der überwiegende Teil der Operationen aufgrund von Tumoren oder Metastasen am Magen-Darm-Trakt, der Prostata, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Lunge statt.

Den Operateuren im CKP steht nun ein zweites da-Vinci OP-System zur Verfügung, das parallel mit dem im März 2023 in Betrieb genommenen System eingesetzt wird. So sind täglich bis zu sechs da-Vinci Eingriffe möglich. Die Viszeralchirurgen Ricarda Diller und  Sameer Dhayat, Urologin Eva Kunzmann, Thoraxchirurg Guido Scholz (v.l.) und Urologe Fadi Nazha (re.) sind die Operateure, sie werden von speziell ausgebildeten Operations-assistentinnen unterstützt: Vanessa Wünsche, Emma Sawatzki und Karina Becker (v.l.). FOTO: CKP/ BESIM MAZHIQI
Den Operateuren im CKP steht nun ein zweites da-Vinci OP-System zur Verfügung, das parallel mit dem im März 2023 in Betrieb genommenen System eingesetzt wird. So sind täglich bis zu sechs da-Vinci Eingriffe möglich. Die Viszeralchirurgen Ricarda Diller und Sameer Dhayat, Urologin Eva Kunzmann, Thoraxchirurg Guido Scholz (v.l.) und Urologe Fadi Nazha (re.) sind die Operateure, sie werden von speziell ausgebildeten Operations-assistentinnen unterstützt: Vanessa Wünsche, Emma Sawatzki und Karina Becker (v.l.). FOTO: CKP/ BESIM MAZHIQI


 
 

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